Fragen der Meerbuscher Nachrichten an die Bürgermeisterkandidaten zur Kommunalwahl 2009

Die Meerbuscher Nachrichten haben den Bürgermeisterkandidaten Fragen gestellt.

Meerbuscher Nachrichten: Sind Sie für oder gegen den geplanten Frischemarkt in Osterath – und warum (bitte ganz knappe Begründung)?

Jürgen Peters: Der Frischemarkt wirft diverse Probleme auf. Auswirkungen auf Verkehr sind erheblich und auf den bestehenden Einzelhandel wahrscheinlich. Die verschiedenen Gutachten geben leider keine eindeutigen Antworten. Nachvollziehbar ist aber die Erkenntnis, dass wir Läden für Hosen, Schuhe und Elektroartikel benötigen – eher als 4000 m² zusätzlich für Lebensmittel. Risiko: Der Frischemarkt überlebt nicht. Was dann kommt, lässt sich kaum noch steuern. Persönlich habe ich daher große Bedenken.

Meerbuscher Nachrichten: Welche Maßnahmen wollen Sie verwirklichen, um den Klimaschutz in Meerbusch zu verbessern?

Jürgen Peters: Meerbusch hat ein Klimakonzept, was auf intensiven Druck der Grünen zustande gekommen ist. Dieses muss konsequent weiter entwickelt werden. Das heißt u.a. Reduzierung des Energie- und Wärmeverbrauches, eigene Energieerzeugung und raus aus den Abhängigkeiten vom RWE. Wir brauchen regenerative Energiekonzepte, sollten uns bemühen, die Belastungen durch Kfz-Verkehr zu mindern und den Flächenverbrauch zu stoppen.

Meerbuscher Nachrichten: Wie wollen Sie konkret Meerbusch für junge Menschen und Familien attraktiver machen, um einer Überalterung entgegenzuwirken?

Jürgen Peters: Das dürfte nicht so leicht sein, da nun alle Städte in diesen Konkurrenzkampf treten. Nun rächt sich die Zurückhaltung aus der Vergangenheit. Meerbusch ist hiervon besonders betroffen. CDU und Verwaltung (in Person von des früheren Dezernenten Herrn Mattner) haben das Thema Familien und demographischer Wandel leider verschlafen. Jetzt muss eine kostspielige Aufholjagd organisiert werden.

Wir brauchen Wohnformen, die sich Familien leisten können. Wir haben Nachholbedarf im Kinderbildungsbereich und Jugendkultur. Familie und Beruf muss besser organisierbar werden: z.B. Betriebskindergärten, bessere Mobilität für Kinder und Jugendliche. Wir müssen uns auf Bevölkerungsschwund einstellen und auch eine deutlich stärkere Berücksichtigung von älteren Menschen organisieren. Wir wollen Alternativen zu Seniorenheimen, brauchen eine wohnortnahe Versorgung und Sicherstellung der Mobilität für ältere Menschen (Bürgerbus).

Meerbuscher Nachrichten: Wollen Sie den neu gestalteten Marktplatz in Strümp verändern (z.B. mehr Parkplätze), beziehungsweise wie wollen Sie ihn beleben?

Jürgen Peters: Städte leben von Gestaltung und Funktionsvielfalt. Strümp ist hier stark vernachlässigt worden. Der Kernbereich ist unattraktiv und das Einzelhandels- und Serviceangebot dürftig. Die Umgestaltung des Platzes ist Einstieg in eine mehrstufige Maßnahme. Eigentlich bedarf es eines großen Schnittes, aber die baulichen Rahmenbedingungen setzten dem leider deutliche Grenzen. Dabei halte ich die Gestaltung für vorrangig und den Verlust von einzelnen Parkplätzen für vertretbar, zumal weitere Alternativen angeregt sind. Für den Platz sollten Geräte für Kinder und attraktive Möbel angeschafft werden, die die Aufenthaltsqualität erhöhen, wie z.B. in Lank.

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