Hitzeschutz in Meerbusch

Worum geht es?

Heiße Tage und längere Hitzeperioden gehören auch in Meerbusch zunehmend zum Sommer. Besonders belastend sind hohe Temperaturen, wenn es auch nachts kaum abkühlt. Für ältere Menschen, Kleinkinder und Menschen mit Vorerkrankungen kann Hitze zu einem erheblichen Gesundheitsrisiko werden. Gleichzeitig wirken sich hohe Temperaturen auf die Aufenthaltsqualität in unserer Stadt aus: Unverschattete Plätze, Schulhöfe, Spielplätze oder Haltestellen heizen sich stark auf. Versiegelte Flächen speichern Wärme, während Bäume und Grünflächen Schatten spenden und zur Abkühlung beitragen. Dass Meerbusch sich an die Folgen des Klimawandels anpassen muss, ist nicht neu. Bereits 2020 wurde das Klimafolgenanpassungskonzept der Stadt beschlossen. Ende 2023 folgte der Hitzeaktionsplan. Die Konzepte und Analysen liegen also vor. Für uns ist deshalb entscheidend, dass daraus nun schneller konkrete und im Stadtbild sichtbare Maßnahmen entstehen.

Was wissen wir über Hitze in Meerbusch?

Die Stadtklimaanalyse zeigt deutliche Unterschiede innerhalb des Stadtgebietes. In einigen bebauten Bereichen Meerbuschs wurden nachts vereinzelt bis zu 6 °C höhere Temperaturen als im unbebauten Umland festgestellt. Dieser sogenannte Wärmeinseleffekt tritt insbesondere nachts auf. Zu seinen Ursachen gehören unter anderem ein hoher Versiegelungsgrad und ein geringer Grünanteil. Gebäude und versiegelte Flächen speichern tagsüber Wärme und geben sie nachts wieder ab. Dadurch kühlen dicht bebaute Bereiche deutlich langsamer aus. Die Analyse zeigt zugleich, wo angesetzt werden kann: Mehr Grün, weniger versiegelte Flächen und zusätzliche Verschattung können dazu beitragen, die Belastung durch Hitze zu verringern.

Hitze ist auch eine soziale Frage

Nicht alle Menschen können hohen Temperaturen gleichermaßen ausweichen. Wer einen schattigen Garten oder eine gut gegen Hitze geschützte Wohnung hat, hat andere Möglichkeiten als Menschen, die auf stark aufgeheizte Wohnungen und öffentliche Räume angewiesen sind. Hinzu kommt: Ältere Menschen, Kleinkinder und Menschen mit Vorerkrankungen gehören zu den Bevölkerungsgruppen, für die länger anhaltende Hitze ein besonderes gesundheitliches Risiko darstellt. Hitzeschutz ist für uns deshalb nicht nur Klima- und Umweltpolitik. Er gehört zur Gesundheitsvorsorge und zur sozialen Daseinsvorsorge einer Stadt.

 

Was hat Meerbusch bereits beschlossen?

Meerbusch beginnt beim Thema Klimaanpassung nicht bei null. Bereits 2020 hat der zuständige Ausschuss das Klimafolgenanpassungskonzept beschlossen und die Verwaltung beauftragt, die darin aufgeführten Maßnahmen sukzessive umzusetzen. Ziel ist es, die Verwundbarkeit Meerbuschs gegenüber den nicht mehr vermeidbaren Folgen des Klimawandels zu verringern und gleichzeitig die Lebensqualität zu erhalten. Eine Schlüsselmaßnahme daraus war die Erstellung eines Hitzeaktionsplans.

Dieser wurde 2023 vom Rat beschlossen. Er enthält kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen. Dazu gehören neben Information und Warnung der Bevölkerung ausdrücklich auch Maßnahmen zur langfristigen Anpassung der Stadt. Vorgesehen sind beispielsweise:

  • Verschattungsmaßnahmen,
  • öffentliche Trinkwasserbrunnen,
  • der Erhalt und die klimaangepasste Entwicklung öffentlicher Räume,
  • die Berücksichtigung des Klimawandels in der Bauleitplanung sowie
  • Information und Unterstützung während Hitzeperioden.

Damit gibt es eine gute fachliche Grundlage. Jetzt kommt es aus unserer Sicht darauf an, die strukturellen Maßnahmen konsequenter und schneller in die Umsetzung zu bringen.

Die notwendigen Maßnahmen und Konzepte haben wir bereits alle beschlossen. Es fehlt allerdings die politische Mehrheit zur Umsetzung. Oder um es mit den Worten der Ratsmehrheit zu sagen: Hitzeschutz ist Privatsache.

 

Unsere Position

Taten statt Worte: Klimaanpassung muss Priorität bekommen

Wir GRÜNE wollen, dass Meerbusch die vorhandenen Erkenntnisse und beschlossenen Konzepte konsequent in konkretes Handeln übersetzt.

Klimaanpassung darf nicht erst dann eine Rolle spielen, wenn ein Platz neu geplant oder eine Straße ohnehin umgebaut wird. Gerade an besonders belasteten Orten müssen wir aktiv nach Möglichkeiten suchen, zusätzliche Verschattung zu schaffen, Flächen zu entsiegeln und mehr Grün in die Stadt zu bringen. Dabei geht es nicht immer um große und teure Projekte. Auch kleinere Maßnahmen können die Aufenthaltsqualität verbessern und dazu beitragen, Menschen vor extremer Hitze zu schützen.

  • Hitze-Hotspots entsiegeln und begrünen

Wir wollen insbesondere dort entsiegeln, wo sich öffentliche Flächen stark aufheizen. Nicht jede gepflasterte oder asphaltierte Fläche muss versiegelt bleiben.

Wo es möglich ist, sollen Flächen geöffnet, begrünt und so gestaltet werden, dass Regenwasser besser versickern kann. Dabei sollten die Erkenntnisse der Stadtklimaanalyse genutzt werden, um Maßnahmen dort zu priorisieren, wo die Belastung besonders hoch ist.

  • Mehr Schatten im öffentlichen Raum schaffen

Bäume sind ein zentraler Bestandteil einer klimaangepassten Stadt. Bestehende Bäume müssen deshalb möglichst erhalten und neue Bäume insbesondere dort gepflanzt werden, wo Menschen sich aufhalten oder zu Fuß unterwegs sind.

Das betrifft unter anderem Plätze, Spielplätze, Schulhöfe, Wege und Haltestellen. Wo Baumpflanzungen nicht oder noch nicht möglich sind, brauchen wir andere geeignete Verschattungslösungen.

  • Schulen und Kitas hitzefest machen

Kinder verbringen einen erheblichen Teil ihres Tages in Schulen und Betreuungseinrichtungen. Bei Neubauten und Sanierungen muss der Schutz vor sommerlicher Hitze deshalb von Beginn an berücksichtigt werden.

Das gilt sowohl für die Gebäude als auch für Schulhöfe und Außengelände. Verschattung, Begrünung und möglichst wenig versiegelte Flächen müssen selbstverständlicher Bestandteil der Planung werden.

  • Einrichtungen und private Haushalte unterstützen

Nicht nur öffentliche Gebäude müssen sich an höhere Temperaturen anpassen.

Kitas, Pflegeeinrichtungen und andere soziale Einrichtungen benötigen Informationen und Beratung zu wirksamen Möglichkeiten des baulichen Hitzeschutzes. Auch Bürger*innen wollen wir stärker dabei unterstützen, ihre Häuser, Wohnungen und Grundstücke klimaangepasst zu gestalten.

  • Klimaanpassung bei jeder Planung mitdenken

Die Frage, wie sich eine Planung auf Hitze, Verschattung, Grün und Versiegelung auswirkt, muss frühzeitig berücksichtigt werden.

Bauleitplanung, Gestaltungsvorgaben und städtische Bauprojekte sollten konsequent darauf ausgerichtet sein, zusätzliche Versiegelung möglichst zu vermeiden, vorhandenes Grün zu erhalten und neue Grün- und Schattenstrukturen zu schaffen.

  • Informieren und auf Hitze vorbereiten

Neben baulichen Veränderungen bleibt die Information der Bevölkerung wichtig. Die Stadt stellt bereits Verhaltenstipps und Informationen zum Umgang mit Hitze zur Verfügung.

Wir wollen darüber hinaus gezielte Informations- und Aktionsangebote – beispielsweise in Schulen und Kitas – und eine besondere Ansprache der Menschen und Einrichtungen, die durch Hitze besonders gefährdet sind.

 

Wo braucht Meerbusch mehr Schatten?

Klimakarten und Analysen sind eine wichtige Grundlage. Aber die Menschen in den einzelnen Stadtteilen wissen oft selbst am besten, an welchen Orten Hitze im Alltag zum Problem wird.

Deshalb wollen wir von euch wissen:

  • Wo fehlt Schatten?
  • Welcher Platz heizt sich besonders stark auf?
  • Wo fehlt ein Baum?
  • Welche versiegelte Fläche könnte begrünt werden?

Schickt uns eure Vorschläge – gerne mit einem Foto und einer kurzen Beschreibung des Ortes – an partei@gruene-meerbusch.de oder über unsere Social-Media-Kanäle.

Außerdem sammeln wir eure Ideen an unseren Infoständen:

  • Büderich
    12. September 2026, 10–12 Uhr
    Dr.-Franz-Schütz-Platz
  • Osterath
    18. September 2026, ab 14 Uhr
    Bommershöfer Weg / Hochstraße
  • Lank
    26. September 2026, 10–13 Uhr
    Alter Schulhof

Wir sammeln die Hinweise und bringen sie in unsere weitere politische Arbeit für den Hitzeschutz in Meerbusch ein.

 

Unsere bisherigen Anträge und Aktionen

 

Weiterführende Dokumente und Links
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