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09. Jun 2011

Grüne Stellungnahme zu „Ostara“ und der aktuellen Entwicklung der Planung:


Mit Bedau­ern haben wir es in den letz­ten Wochen zur Kennt­nis neh­men müs­sen, dass die ein­deu­ti­gen Beschlüsse der Poli­tik noch kei­nen aus­rei­chen­den Nie­der­schlag in der Pla­nung zum Ostara-Gelände gefun­den haben.
Dies hat für Bünd­nis 90 / DIE GRÜNEN dazu geführt, dass wir erheb­li­chen Nach­bes­se­rungs­be­darf ein­ge­for­dert haben.
Seit Beginn der Dis­kus­sion um die zukünf­tige Nut­zung des Ostara-Geländes ver­fol­gen wir mit hohem Ein­satz und gro­ßer Kon­se­quenz eine mög­lichst hohe ökolo­gi­sche Aus­rich­tung und Nach­hal­tig­keit der Pla­nung. Ergeb­nisse die­ser Beharr­lich­keit sind u.a.:

• Eine zu 100% rege­ne­ra­tive Ver­sor­gung des Gebie­tes mit Wärme ein­schließ­lich des Frischemarktes

• Deut­li­che Redu­zie­rung der Ver­kehrs­flä­chen – die Stra­ßen sind nur so breit wie nötig, die Anzahl der PKW-Stellplätze wurde deut­lich reduziert

• Der Pla­nung von Rad- und Fuß­we­gen wurde eine beson­dere Bedeu­tung zugeordnet.

• Das Gelände soll best­mög­lich an den öffent­li­chen Nah­ver­kehr ange­schlos­sen werden.

• Min­des­tens 50% der Wohn­be­bau­ung sol­len dem Pas­siv­haus­stan­dart entsprechen

• Das Regen­was­ser von den Dach­flä­chen soll größ­ten­teils einer Ver­si­cke­rung im Boden zuge­führt und nicht in die Kana­li­sa­tion gelei­tet werden.

• Für die zukünf­tige Wohn­be­bau­ung sol­len unter­schied­li­che Grund­stücks­grö­ßen ange­bo­ten wer­den – begin­nend bei einer Größe von ca. 150 m². Die­ses gibt auch Men­schen die Mög­lich­keit eine Immo­bi­lie in Meer­busch zu errich­ten, die bis Dato auf Grund der hohen Grund­stücks­preise diese Mög­lich­keit nicht hat­ten. Zusätz­lich soll der Bebauungs- und Gestal­tungs­plan so aus­ge­legt sein, dass dem pri­va­ten Inves­tor die Mög­lich­keit gege­ben ist, viel­fäl­tige For­men der Rea­li­sie­rung zu durch­den­ken. Wir den­ken dabei ins­be­son­dere an soge­nannte Sin­gle­häu­ser, modu­lare Bau­weise, usw. – moderne Archi­tek­tur­for­men, die dem gesell­schaft­li­chen und sozia­len Lebens­wan­del gerecht werden.

• Schaf­fung von soge­nann­ten Wohn­hö­fen – Wohn­for­men, die eine gute soziale Anbin­dung und Ver­net­zung der Nach­bar­schaft ermöglichen.

All diese Maß­nah­men sind vom Aus­schuss für Pla­nung und Lie­gen­schaf­ten in den letz­ten 15 Mona­ten beschlos­sen wor­den. Lei­der fand sich in den Vor­la­gen für den zu schlie­ßen­den städ­te­bau­li­chen Ver­trag und die sons­ti­gen Pläne rund um Ostara nur ein Bruch­teil die­ser längst beschlos­se­nen Grund­la­gen einer ökolo­gi­schen und nach­hal­ti­gen Pla­nung wie­der.
Die Grü­nen haben des­halb eine Zustim­mung hierzu ver­wei­gert und den Inves­tor CARAT und die Ver­wal­tung der Stadt Meer­busch auf­ge­for­dert, hier mas­sive Nach­bes­se­run­gen vor­zu­neh­men. Dabei zeig­ten wir uns immer allen betei­lig­ten Par­teien gegen­über auf­ge­schlos­sen und gesprächs­be­reit. Die mög­li­che zukünf­tige Ver­sor­gung des Pla­nungs­ge­bie­tes durch Geo­ther­mie (Erd­wärme) ent­stammt einer Anre­gung der Grü­nen und der Her­stel­lung eines Kon­tak­tes zum Geo­ther­mie Zen­trum NRW an der Ruhr­uni­ver­si­tät Bochum.

http://www.geothermie-zentrum.de/


Und auch mög­li­che pla­ne­ri­sche Aus­wir­kun­gen bei der Rea­li­sie­rung des Fri­sche­mark­tes wur­den durch uns ange­regt. Als Bei­spiel diente uns hier­bei ein Vor­zei­ge­pro­jekt in Mülheim/Ruhr:

http://www.tengelmann-klimamarkt.de/

Es müs­sen nun neue Ent­würfe von der Ver­wal­tung der Stadt und dem Inves­tor CARAT erar­bei­tet wer­den. Die Zustim­mung der Grü­nen wird von der ökolo­gi­schen Nach­hal­tig­keit der Pla­nung abhän­gig sein.

Diese Infor­ma­tio­nen müs­sen allen Frak­tio­nen umfas­send und recht­zei­tig zur Bera­tung zuge­hen. Es wider­spricht aus unse­rer Sicht dem Gebot der Gleich­be­hand­lung und unse­rer eige­nen Anfor­de­rung an Trans­pa­renz, Beschlüsse quasi „auf Zuruf“ ohne schrift­li­che Vor­la­gen und aus­rei­chende Vor­be­rei­tungs­zei­ten für die Frak­tio­nen zu orga­ni­sie­ren. Die Kri­tik der Frak­tio­nen SPD und FDP in der letz­ten Rats­sit­zung hierzu war nach­voll­zieh­bar – auch wenn die SPD durch ihr kate­go­ri­sches Nein zu Ostara sich mehr­mals einer kon­struk­ti­ven Betei­li­gung an Pla­nungs­run­den ver­wei­gert hat.
Wir machen hier noch ein­mal deut­lich, dass die Grü­nen zu dem Pro­jekt ins­ge­samt ste­hen, trotz der erheb­li­chen Beden­ken bzgl. der Größe des Fri­sche­mark­tes. Aber das Pro­jekt muss auch als Gan­zes den ver­ein­bar­ten Zie­len ent­spre­chen.
Wir ver­wah­ren uns gegen den Vor­wurf, die Ent­schei­dung zu ver­schlep­pen, denn es waren im Wesent­li­chen die Grü­nen (in einem Arbeits­kreis mit der FDP), die kon­struk­tiv an einer Rea­li­sie­rung des Pro­jek­tes mit­ge­ar­bei­tet haben. Dass dabei keine Pla­nung her­aus­kom­men kann, die aus Zeit­druck wich­tige ökolo­gi­sche Ziele unbe­rück­sich­tigt lässt, liegt für uns in der Natur der Sache.

Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss