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05. Jan 2012

Offener Brief an Christian Staudinger-Napp, UWG

Offe­ner Brief an Staudinger-Napp (UWG):

Offe­ner Brief an Herrn Staudinger

04. Jan 2012

Die Haushaltsrede unseres Fraktionsvorsitzenden Jürgen Peters:

Sehr geehr­ter Herr Bür­ger­meis­ter, sehr geehrte Damen und Herren,

der Haus­halt einer Kom­mune ist das wesent­li­che Steue­rungs­ele­ment der Poli­tik. Gleich­zei­tig wird es zuneh­mend schwie­ri­ger, nahezu unmög­lich, Kom­mu­nal­po­li­tik eigen­stän­dig zu gestal­ten. So ist die Bewer­tung aus der letz­ten Haupt­aus­schuss­sit­zung rich­tig, dass die Kom­mu­nal­po­li­tik inzwi­schen hilf­los ist, da es im Wesent­li­chen darum geht, den Man­gel zu ver­wal­ten. Ein Pro­blem, das maß­geb­lich durch stän­dig stei­gen­den Kos­ten­druck ent­steht, nicht zuletzt ver­ur­sacht durch Ent­schei­dun­gen von Bundes- und Lan­des­re­gie­run­gen jed­we­der Cou­leur.
Es ist aber auch eine Folge teil­weise ver­schwen­de­ri­scher Poli­tik ver­gan­ge­ner Jahr­zehnte. Natür­lich wäre es gut, wenn die Kin­des­ta­ges­ein­rich­tun­gen gänz­lich kos­ten­frei wären, wenn Sport und
Kul­tur umfas­sen­der finan­zi­ell geför­dert wür­den. Aber das geben die Mit­tel lei­der nicht her. Des­halb bleibt uns nur, das zu ver­tei­len, was wir haben und Schwer­punkte zu set­zen. Dies machen wir in den Berei­chen Bil­dung, in dem an Schu­len nicht gespart wird, neue Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen gebaut wer­den und in Kli­ma­schutz inves­tiert wird. Indem wir auf Ein­schnitte in sozia­len Berei­chen ver­zich­ten und Ver­eine wei­ter­hin umfas­send för­dern. Wir sind gegen Kür­zun­gen beim städ­ti­schen Per­so­nal und wol­len ein ser­vice­o­ri­en­tier­tes Leis­tungs­an­ge­bot der Ver­wal­tung sichern. Des­halb waren wir u.a. für mehr päd­ago­gi­sche Kräfte und für ver­ein­zelte Höher­grup­pie­run­gen, um Qua­li­tät zu erhal­ten. Umso ärger­li­cher ist es, wenn wir pro Jahr mit einem Feder­strich auf hun­dert­tau­sende Euros Gewer­be­steuer ver­zich­ten müs­sen, weil sich Gewer­be­trei­bende ins Aus­land abge­setzt oder Insol­venz ange­mel­det haben, was anschei­nend nicht unbe­dingt den Ver­zicht auf einen kost­spie­li­gen Lebens­stil bedeu­ten muss. Wir haben deut­li­che Kür­zun­gen in ver­schie­de­nen inves­ti­ven Berei­chen vor­ge­nom­men, beim Stra­ßen­bau, bei bau­li­cher Unter­hal­tung, bei Anschaf­fun­gen von Son­der­fahr­zeu­gen. Es ist uns in der Koope­ra­tion mit der CDU gelun­gen die Net­to­neu­ver­schul­dung dadurch fast auf Null zu brin­gen. Für die Zukunft soll­ten drin­gend unsere Stan­dards z. B. im Stra­ßen­bau über­prüft wer­den, aber auch ob wir es uns dau­er­haft leis­ten kön­nen und wol­len, alle Bür­ge­rIn­nen die­ser Stadt durch kos­ten­freie Park­plätze finan­zi­ell zu belas­ten. Bei all der Kri­tik der Oppo­si­tion zum Haus­halt stellt sich die Frage, was Sie, die FDP, SPD und UWG zur Kon­so­li­die­rung des Haus­hal­tes ein­brin­gen woll­ten. Die SPD will alle KiTa-Beiträge abschaf­fen und würde damit den Haus­halt gigan­tisch finan­zi­ell belas­ten. Weil das nicht mehr­heits­fä­hig war, stimmte die SPD gegen die wei­ter­ge­hende Frei­stel­lung von Eltern mit gerin­ge­ren Ein­künf­ten. Das heißt, die Gering­ver­die­ner sol­len nur pro­fi­tie­ren, wenn es die Spit­zen­ver­die­ner auch tun. Sie stim­men z.T. gegen typi­sche SPD Posi­tio­nen, z.B. gegen ein Vereins-Förderprogramm für nach Meer­busch zie­hende Kin­der und wol­len den kost­spie­li­gen Bonus für Grund­stücks­käu­fe­rIn­nen in der alten Höhe sichern. Und nun zur Par­tei der ver­meint­li­chen Rechen­künst­ler, der FDP. Sie bean­tra­gen pau­schale Kür­zun­gen, die weder zuläs­sig sind, noch Ihrem eige­nen Anspruch an Kon­trolle ent­spre­chen. Es bedarf mehr­fa­cher Erläu­te­run­gen, bis Sie ver­ste­hen, dass sich Kas­sen­kre­dite nicht über Jahre addie­ren. Sie machen Rech­nun­gen im Zusam­men­hang mit der Dis­kus­sion um den Veggi-Day und den Fri­sche­markt auf, in dem Sie zunächst alle Zah­len durch­ein­an­der schmei­ßen und das tat­säch­li­che Ergeb­nis, also nach rich­ti­gem Nach­rech­nen, genau das Gegen­teil von dem belegt, was Sie eigent­lich behaup­tet haben. Sie stel­len in den Raum, dass seit der Betei­li­gung der Grü­nen an der Rats­mehr­heit der Schul­den­stand um 35 Mio. € gestie­gen sei. Im gesam­ten Haus­halt fin­den Sie jedoch kei­nen ein­zi­gen Hin­weis dar­auf, der nur annä­hernd eine sol­che Ten­denz bele­gen könnte. Von den Anträ­gen, die die UWG zum Haus­halt gestellt hat, ist nichts als heiße Luft geblie­ben. Sie haben nach ent­spre­chen­den Erklä­run­gen fast alle Anträge zurück­ge­zo­gen, weil klar wurde, dass diese sub­stanz­los waren. Sie Herr Staudinger-Napp stel­len eine Fülle von Anfra­gen und las­sen die Erklä­run­gen dazu an sich oder Ihren Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen vor­bei­rau­schen. Ich darf an eine umfas­sende Aus­füh­rung der Ver­wal­tung zu einer Ihrer zahl­lo­sen Anfra­gen im Haupt­aus­schuss erin­nern, der Sie sich sel­ber ent­zo­gen und den Sit­zungs­raum ver­las­sen haben. Da stellt sich doch zwangs­läu­fig die Frage, was das alles soll. Meine Damen und Her­ren, wir haben kein opti­ma­les Ergeb­nis, aber eins, mit dem wir leben kön­nen, das den Stan­dard und die Erwar­tun­gen der Meer­bu­scher Bevöl­ke­rung im Wesent­li­chen sicher­stel­len kann und sozial unver­träg­li­che Ein­schnitte ver­hin­dert hat, was Bil­dung und Kli­ma­schutz und damit Nach­hal­tig­keit in den Vor­der­grund stellt. Wir bedan­ken uns für die gute Zusam­men­ar­beit mit der Ver­wal­tung und wün­schen uns allen ent­spannte Weihnachtstage.

Danke

Jür­gen Peters

Bünd­nis 90 / DIE GRÜNEN

HH-Rede 12-2011

30. Okt 2011

30. Okt 2011

04. Aug 2011

Zur Kreisstraße 9n – Bovert-Strümp – Pressemitteilung von Bündnis90/DieGrünen

Die UWG Meer­busch hat auf ihrer Home­page zu der Pla­nung der K9n  einige sehr frag­wür­dige Behaup­tun­gen
auf­ge­stellt, die nicht unkom­men­tiert blei­ben können.

Ori­gi­nal­zi­tat von der UWG Home­page (roter Text)

Anmer­kun­gen Bünd­nis 90 / DIE GRÜNEN Meer­busch
(grü­ner Text)

“Liebe Meer­bu­scher,

auf Ver­an­las­sung des Rhein-Kreis Neuss soll auf Meer­bu­scher Stadt­ge­biet eine neue Kreis­straße (K9n) gebaut werden.”

Falsch: Die Straße wird auf Ver­an­las­sung der Stadt Meer­busch, finan­ziert durch den Rhein-Kreis-Neuss, gebaut.

“Diese 10 Meter breite Kreis­straße soll von der A 57 in Bovert bis zum Kre­fel­der Hafen geführt wer­den. Der Bau der K9n ist, so wie geplant, nicht erforderlich.”

Falsch: Der neue Stra­ßen­ab­schnitt schließt an die vor­han­dene Kreis­straße 9 an, die bereits jetzt von Nierst bis zur Forst­straße in Strümp geht und antei­lig nur 4,50 m breit ist.

“Der hoch­ver­schul­de­ten Stadt Meer­busch gehö­ren die zur­zeit noch land­wirt­schaft­lich genutz­ten Flä­chen zwi­schen der U74 (K-Bahn) und der geplan­ten Kreis­straße K9n. Sie will des­halb das Gelände als zukünf­ti­ges Bau­land erschlie­ßen und Mensch und Natur sol­len die­sem Pro­jekt weichen!”

Falsch: Die K-Bahn ist die Linie U 76, die U 74 fährt nicht nach Krefeld.

Falsch: Die vor­ge­se­hene Ver­län­ge­rung der Kreis­straße dient nicht der Erschlie­ßung eines wei­te­ren Bau­ge­biets, son­dern der Erschlie­ßung des bereits beste­hen­den Gebiets Strüm­per Busch. Eine anders­lau­tende For­mu­lie­rung, wie sie ärger­li­cher­weise zur­zeit noch im alten Ent­wurf der 97. Ände­rung des Flä­chen­nut­zungs­plans steht, wird gestrichen.

Die Flä­che zwi­schen der geplan­ten Kreis­straße und der K-Bahn (Meer­bu­scher Straße) ist land­wirt­schaft­li­che Flä­che und so im Flä­chen­nut­zungs­plan fest­ge­schrie­ben. Die Umwand­lung in ein Bau­ge­biet würde meh­rere
Pla­nungs­ver­fah­ren, erneut mit öffent­li­cher Betei­li­gung, und eine Zustim­mung der Bezirks­re­gie­rung vor­aus­set­zen, (die nicht zu erwar­ten ist) und meh­rere Jahre dau­ern. Alle Frak­tio­nen haben sich bereits vor 10 Jah­ren von einer bau­li­chen Erschlie­ßung auf der Basis eines Bür­ger­gut­ach­tens ver­ab­schie­det. Keine Frak­tion
hat die Ein­lei­tung eines sol­chen Ver­fah­rens beantragt.

An wel­cher Stelle Men­schen die­sem Pro­jekt, das gar nicht geplant ist, wei­chen müss­ten, in einem Gebiet das nur land­wirt­schaft­lich genutzt wird, ist zudem ein Rätsel.

“Die K9n wird unmit­tel­bar den Lebens­raum zahl­rei­cher Tiere zer­stö­ren, sie wird unmit­tel­bar an dem städ­ti­schen Meer­busch Gym­na­sium vor­bei­füh­ren, wo ca. 1000 Schü­ler zukünf­tig dann direkt vom Ver­kehrs­lärm betrof­fen wären. Über diese neue
Kreis­straße soll der gesamte LKW Ver­kehr vom Kre­fel­der Hafen abge­wi­ckelt wer­den.”

Falsch: Es wird umfas­sende ökolo­gi­sche Aus­gleich­maß­nah­men geben, die den Natur­raum für die betrof­fe­nen Tier­ar­ten sichern und erwei­tern sol­len. Die­ser Aus­gleich wird erheb­lich über den gesetz­li­chen Erfor­der­nis­sen liegen.

Von einer „direk­ten Lärm­be­las­tung“  durch die K9n wer­den die Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit Sicher­heit nichts merken.

Falsch: Die Behaup­tung, dass der gesamte LKW-Verkehr vom Kre­fel­der Hafen über die K9n abge­wi­ckelt wer­den soll, ist eine Lüge. Die K9n kann nicht der Erschlie­ßung des Kre­fel­der Hafens die­nen. Dies ist weder zuläs­sig noch ver­kehrs­tech­nisch mög­lich. Die Durch­fahrt­ver­bote und die bau­li­chen Hin­der­nisse blei­ben sowohl in Nierst wie in Lank beste­hen. Sollte diese Ver­bin­dung ver­kehrs­wid­rig genutzt wer­den, müss­ten wei­tere bau­li­che Maß­nah­men die­ses ver­hin­dern. Weder sehen die Pla­nungs­un­ter­la­gen, noch die Rats­frak­tio­nen, noch der Rhein-Kreis-Neuss eine LKW-Erschließung vor. Auch die Stadt Kre­feld
denkt nicht an eine Erschlie­ßung über die K9n,  son­dern plant mit Stra­ßen NRW eine Nor­der­schlie­ßung an die B 288. Wer sich mit der Pla­nung beschäf­tigt, was man auch von der UWG erwar­ten sollte, muss dies wis­sen. Wer also eine sol­che Behaup­tung auf­stellt ent­larvt sich als uninformiert.


Bür­ger­ver­eine sowie der BUND für Natur­schutz sind empört. Die UWG Rats­frak­tion Meer­busch wird alles ver­su­chen, die­sen poli­ti­schen Wahn­sinn zu ver­hin­dern. For­dern Sie CDU-Bürgermeister Spind­ler sowie die Rats­ver­tre­ter von CDU, Bündnis90/Die Grü­nen und SPD auf, dem Bür­ger­wil­len zu fol­gen und den Bau der K9n zu untersagen!”

Was der Bür­ger­wille ist (also der Wille aller Bür­ge­rin­nen und Bür­ger die­ser Stadt), dürfte wohl kaum durch eine pau­schale Behaup­tung der UWG zu ermit­teln sein.

Selbst­ver­ständ­lich ist es das gute Recht jeder/s Ein­zel­nen für oder gegen diese Straße zu sein. Die Grü­nen sind keine begeis­ter­ten Anhän­ge­rIn­nen die­ser Pla­nung. Des­halb muss sie geän­dert wer­den und umfang­rei­che
ökolo­gi­sche Aus­gleichs­maß­nah­men
beschlos­sen wer­den. Die Infor­ma­tion der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger muss aber auf sach­li­chen Fak­ten beru­hen, anstatt die Bevöl­ke­rung mit Phra­sen und Unwahr­hei­ten
auf­zu­het­zen. 
 

Jür­gen Peters/Joachim Quass